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SC-Kameradschaften

SC-Kameradschaften waren Kameradschaften des Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbundes (NSDStB), deren Altherrenschaften aus Corps in einem Senioren-Convent (SC) gebildet wurden. Nach 1945 wurden nur sehr wenige Kameradschaftsmitglieder in die beteiligten Corps aufgenommen.

Der Kösener Senioren-Convents-Verband hatte sich im September 1935 aufgelöst. Am 6. Dezember 1935 untersagte der CVer Albert Derichsweiler den Mitgliedern und Anwärtern des NSDStB die gleichzeitige Mitgliedschaft in noch bestehenden oder suspendierten Korporationen. Die Austrittserklärungen hatten bis zum 1. Januar 1936 zu erfolgen. Wie viele Kameradschaften der NSDStB bis Anfang 1936 aus früheren Korporationen bilden konnte, lässt sich für Erich Bauer nicht sagen; Kösener Corps waren jedenfalls nicht darunter.

Der entscheidende Schlag gegen die noch bestehenden und im stillen wiedererstandenen Verbindungen war der Erlass von Rudolf Heß vom 12. Mai 1936:

„Im Interesse einer einheitlichen Ausrichtung des deutschen Studententums verbiete ich hiermit den Parteigenossen und Angehörigen der Gliederungen der Partei, die noch auf deutschen Hochschulen und Fachschulen studieren, die Mitgliedschaft in einer noch bestehenden Verbindung oder Vereinigung.“

Aber wiederum erfüllten sich die Erwartungen des NSDStB nicht; denn die zusammengewürfelten Kameradschaften ließen kein Gemeinschaftsgefühl entstehen und die Korporationen verübelten dem NSDStB die anhaltenden Beschimpfungen. Der erwartete Zustrom der korporierten und nichtkorporierten Altakademiker in die Studentenkampfhilfe blieb ebenfalls aus. Keine Propaganda änderte etwas an ihrer Überzeugung, dass es dem NSDStB weit weniger auf die beschworene Einigung des Akademikertums als auf die Schaffung einer Hausmacht, auf Geld und die Überlassung der Korporationshäuser ankam. Als Eigentümer der Corpshäuser suchten deshalb die weiterbestehenden Altherrenvereine den Anschluss an eine Kameradschaft. Dass sie auch solche gründeten, hatte vor allem ideelle Gründe. Nur so konnte die Verbindung zur jungen Generation erhalten werden. Außerdem fürchteten sie ihre Auflösung, wenn sie sich nicht dem Nationalsozialistischen Altherrenbund anschließen und dort eine Kameradschaft betreuen würden.

Nach Kriegsbeginn nahm der Anteil der aktiven Nationalsozialisten in der Studentenschaft deutlich ab, weil sie sich zumeist als Kriegsfreiwillige meldeten. Der NDStB konnte kaum noch Führungspositionen besetzen. Unter dem Einfluss der korporierten Alten Herren kehrten die SC-Kameradschaften im Laufe des Krieges großenteils zum überkommenen Corpsleben zurück.

Der große Berliner Senioren-Convent (KSCV) beteiligte sich mit fast 400 Mitgliedern an nur einer Kameradschaft. Die „Gemeinschaft Studierender an der Militärärztlichen Akademie in Berlin“ war keine Kameradschaft, sondern eine getarnte Fortsetzung des von Hamburg nach Berlin zurückgekehrten Pépinière-Corps Suevo-Borussia. Am 1. April 1942 bestanden an der Friedrich-Wilhelms-Universität 28, an der Technischen Hochschule Berlin 21 Kameradschaften.

Am 1. April 1942 bestanden an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zwölf Kameradschaften.

Am 1. April 1942 bestanden an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zwölf, an der Technischen Hochschule Breslau sechs Kameradschaften.

Die Vertreter von neun Erlanger Korporationen beschlossen 1933 von der Einrichtung von Kameradschaftsheimen zunächst abzusehen. Nur der Wingolf und Onoldia richteten im WS 33/34 versuchsweise Kameradschaftsheime ein. Der örtliche Gauleiter Julius Streicher verbat die „Kasernierung von Angehörigen der Erlanger Studentenverbindungen“ – angeblich im Interesse der örtlichen Zimmerwirtinnen.

Am 1. April 1942 bestanden an der Friedrich-Alexander-Universität sechs Kameradschaften. 1947 wurde die Wiederzulassung des Corpsphilistervereins beschlossen. 1951 lehnte ein Bundesconvent der Ansbacher ab aquapak, Angehörigen der Kameradschaft eine Mitgliedschaft bei Onoldia zu gewähren.

Keine Kameradschaft war die im Wintersemester 1939/40 gegründete Waffenschaft mit der Couleur schwarz–weiß–rot auf Silber. Die meisten Mitglieder hatten verwandtschaftliche Beziehungen zu Corpsstudenten. Sie wollten fechten, lehnten sich aber nirgends an. Sie bildeten eine eigene Paukgemeinschaft und fochten Mensuren auf dem Fechtboden des Nürnberger Fechtmeisters Kurt Berthold.

An der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main bestanden am 1. April 1942 acht Kameradschaften, darunter keine SC-Kameradschaft.

Nach außen hin hatten sich die Korporationen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Oktober 1935 aufgelöst. Als die Lage günstiger geworden zu sein schien, schlossen sich am 9. Januar 1936 die Corps Rhenania, Suevia, Hasso-Borussia und Hubertia, die Albingia (Miltenberger Ring), die Burschenschaft Alemannia Freiburg und die Landsmannschaften Thuringia und Zaringia zum Freiburger Waffenring zusammen. Zu diesen acht traten noch fünf andere Verbindungen. Man trug Couleur und nannte sich – ganz egalitär – „Verbindung im Freiburger Waffenring“. Als Rudolf Heß im Mai 1936 die Unvereinbarkeit von Nationalsozialismus und Korporationen festgestellt hatte, zog man sich in ein getarntes Dasein zurück, hielt aber den Korporationsbetrieb intern aufrecht. Von Kriegsbeginn bis zum 8. Januar 1940 war die Universität geschlossen. Im Sommersemester 1941 entstand ein neuer Waffenring mit einheitlichem Fecht-Comment. Mitglieder waren diejenigen Kameradschaften, die aus den Corps Rhenania, Suevia und Hubertia, aus den Burschenschaften Alemannia, Teutonia und Saxo-Silesia sowie aus der Landsmannschaft Saxo-Thuringia hervorgegangen waren. Die örtliche Studentenführung lag seit 1941 stets in den Händen eines Angehörigen des Waffenrings. Mit der Operation Tigerfish kam das Kameradschaftsleben zum Erliegen. Die Universität stellte den Lehrbetrieb ein.

Die Freiburger Corps beteiligten sich an vier Kameradschaften:

Benannt nach dem Kameradschaftsführer Hilrich van Geöns, wurde sie der Altherrenschaft aus dem Gießener Senioren-Convent fertig übergeben. Am 1. April 1942 bestanden an der Hessischen Ludwigs-Universität acht Kameradschaften.

Vor allem auf Betreiben von Hans Ponfick bildete der Göttinger Senioren-Convent eine von acht Kameradschaften an der Georg-August-Universität. Im Streit über den Vorrang von Nationalsozialismus oder Corps trat die Hälfte der Mitglieder aus. Noch 1940 wandelte sich die Kameradschaft intern in eine Korporation um. Sie schaffte das Führerprinzip ab und nahm die Farben blau–weiß–grün an. Die „geheime“ Satzung entsprach der Constitution der Hannovera. Da die Verhältnisse in Göttingen zu ungünstig lagen, wurden ab 1942 gelegentlich auswärtige Mensuren (in Freiburg und Bonn) gefochten. Zur Marburger Kameradschaft Allmenröder entwickelten sich enge Kartellbeziehungen. Das Verhältnis zu den Alten Herren der Freiherr vom Stein war ausgesprochen eng; zahlreiche Söhne und Verwandte Alter Herren wurden aktiv. Altherrenvorsitzende der Kameradschaft waren bis 1941 der Hannoveraner Kurt Heinrichs, dem nach dessen Versetzung nach Berlin der Göttinger Sachse Wichard von Massenbach folgte.

1943 schlossen Freiherr vom Stein, Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig (Burschenschaft Brunsviga), Hermann von Salza (Burschenschaft Holzminda) und die Gemeinschaft Friesland (Burschenschaft Frisia) einen „Vertrag zur Wahrung gemeinschaftlicher Interessen“, der sich auch über 1945 hinaus bewährte. Freiherr vom Stein wurde in der Nachkriegszeit die Keimzelle von Hannovera, Bremensia und Teutonia-Hercynia.

Die Kameradschaft wurde auf Veranlassung der örtlichen Studentenführung ausdrücklich zu dem Zweck gegründet, die „Tradition der Greifswalder Corps zu übernehmen“. Dementsprechend setzte sich das corpsstudentische Brauchtum durch. Im Sommersemester 1943 wurde die Constitution der Borussia übernommen. Gefochten wurde nicht. Recipierte Mitglieder erhielten ein schwarz–weiß–schwarzes Band. Die Beziehungen zwischen der Kameradschaft und den Alten Herren waren sehr eng.

Zwar waren 50–60 % der Alten Herren in der SC-Kameradschaft; sie hielten sich aber im ganzen gesehen sehr von ihr zurück. Mensuren wurden nicht gefochten. 1944 wurde sie vom NSDStB „wegen Interesselosigkeit“ aufgelöst. Am 1. April 1942 bestanden an der (1933 so benannten) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg acht Kameradschaften.

Am 1. April 1942 bestanden an der Universität Hamburg zehn Kameradschaften, darunter keine SC-Kameradschaft.

98 % der Alten Herren des suspendierten Pépinière-Corps Saxonia anerkannten die Kameradschaft als Fortsetzung ihres Bundes. Gefochten wurde nicht. Insgesamt bestanden zwei Kameradschaften in Hannoversch Münden.

Die Kameradschaft an der Ruprecht-Karls-Universität war eine Schöpfung des Reichsstudentenführers Gustav Adolf Scheel. Sie nahm für sich in Anspruch, als erste Kameradschaft um die Jahreswende 1935/36 gegründet worden zu sein. 1938 hatte sie bereits 20 Alte Herren. Auf der Suche nach einer finanzstarken Altherrenschaft bot die Heidelberger Studentenführung die Kameradschaft den Altherrenvereinen des Heidelberger Senioren-Convents an. Um der Auflösung zu entgehen, willigten sie ein; die 750 Alten Herren beschränkten sich aber auf die Zahlung der Beiträge.

Zuerst nach ihrem Kameradschaftsführer Wehner benannt, entstand Saaleck als sechste von neun Kameradschaften an der Friedrich-Schiller-Universität. Sie wurde nach den Grundsätzen des NSDStB geführt, kümmerte nach Kriegsbeginn und ging 1942 ein. Gefochten wurde nicht. Der Zusammenhalt zwischen den Alten Herren und der Kameradschaft war gut. Eine Zeitlang bestanden befreundete Beziehungen zur Leipziger Kameradschaft Markgraf von Meißen.

Am 1. April 1942 bestanden an der Christian-Albrechts-Universität fünf Kameradschaften, darunter keine SC-Kameradschaft.

Die Kameradschaft an der Universität Köln wurde mit einer Altherrenschaft von Hansea und Suevia-Straßburg gegründet. Nach den Vorgaben des NDStSB aufgezogen, setzte sich ab 1940 das Brauchtum beider Corps wieder durch. Mensuren wurden nicht gefochten. Zeitweise waren Hanseaten Kameradschaftsführer. Infolgedessen waren die Beziehungen zwischen Kameradschaft und Altherrenschaft eng. Als die Schwaben Ende 1941 „in einer großen Illusion“ nach Straßburg zurückkehrten, löste sich die Kameradschaft formell auf. Zum 1. Januar 1942 gründete sie sich in eine neue Kameradschaft um, die 1944 den Namen Kölner Hanse erhielt. Das Kameradschaftshaus – Hanseas Corpshaus – wurde in der Operation Millennium zerstört.

An der Albertus-Universität unterstützten Alte Herren zweier Corps zwei Kameradschaften:

Im Zusammenwirken mit den drei anderen Altherrenvereinen betrieb Barnewitz Saxoniae die Gründung der Kameradschaft nach den Normen des NSDStB; sie entwickelte sich aber nach korporationsstudentischen Grundsätzen. Sie beschloss 1940 eine Constitution und nannte sich „Markgrafschaft“ bis zur geheimen Stiftung des Corps Misnia IV im Jahre 1942. An der Universität Leipzig bestanden am 1. April 1942 zwölf Kameradschaften.

Die Corps an der Philipps-Universität hatten sich erst nach dem Heß-Erlass nach außen aufgelöst; sie setzten aber intern den Corpsbetrieb fort und trafen sich auf dem Teutonenhaus. Erst kurz vor der vom Reichsstudentenführer gesetzten Ausschlussfrist entschlossen sie sich zur Gründung einer Kameradschaft, um die Altherrenvereine zu erhalten. Kameradschaft war von vornherein nur ein Deckname. Richtschnur war Teutonias Constitution, die im Dezember 1943 nochmals überarbeitet wurde. Im Bierzipfel wurden die Grundfarben grün–schwarz–blau der drei beteiligten Corps, ab dem Sommersemester 1942 grün–rot–gold getragen. Die Chargen wurden gewählt; das Führerprinzip galt nicht. In der Zeit vom 30. Oktober 1940 bis 1944 wurden zahlreiche Mensuren gefochten. Enge Beziehungen bestanden zu den Kameradschaften Freiherr vom Stein in Göttingen und Gustav Nachtigal in Halle. Am 20. Dezember 1946 fanden sich ehemalige Allmenröder zum Akademischen Club zusammen. Er wurde später als Fortsetzung von Teutonia anerkannt.

An der Ludwig-Maximilians-Universität beteiligten sich Alte Herren an neun Kameradschaften.

Aus Angehörigen der Studentenkompanie um den später gefallenen Sanitätsfeldwebel Mörth hatte sich eine Gemeinschaft gebildet, die waffenstudentische Tradition pflegen wollte. Sie paukte sich unter Anleitung eines Bonner Preußen ein und hielt ihren ersten Bestimmtag mit der Kameradschaft Wehrwolf (Burschenschaft Franconia) ab little league football uniforms. Sie suchte und fand Unterstützung bei Alten Herren der Rheno-Guestphalia. Um der einjährigen Probezeit zu entgehen, gab sich die Kameradschaft als Fortsetzung der bei Kriegsbeginn suspendierten Kameradschaft Friedrich Harkort aus. Trotz Disziplinarstrafen seitens der Wehrmacht wurden mit Billigung von Münsters Polizeipräsidenten Mensuren gefochten. Die Aktiven trugen Rheno-Guestphalias Farben. Enge Beziehungen bestanden zum Wehrwolf und zum Alte-Herren-Senioren-Convent. Als im Wintersemester 1944/45 die Westfälische Wilhelms-Universität geschlossen und die Studentenkompanie nach Würzburg verlegt wurde, setzten dort 14 Harkorter das Corps bis zum Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 fort.

Am 1. April 1942 bestanden an der Universität Rostock fünf Kameradschaften, darunter keine SC-Kameradschaft.

Nachdem die Wehrmacht am 19. Juni 1940 in das leergezogene Straßburg einmarschiert war, eröffnete die Reichsuniversität Straßburg am 23. November 1941 den Lehrbetrieb. Deshalb beschlossen die 1919 aus Straßburg vertriebenen Corps Suevia, Palatia und Palaio-Alsatia in ihre Heimat zurückzukehren.

Die drei Kameradschaften hatten zunächst starken Zulauf von Elsässern, denen die Bildung einer Kameradschaft nicht erlaubt worden war. Die wichtigen Ämter wurden stets von Studenten aus dem Altreich besetzt. Der innere Betrieb unterschied sich infolge der späten Gründung schon wesentlich von den Vorgaben des NSDStB und kam den Formen der früheren Corps nahe. Die Mitglieder wurden auf Palatias Constitution verpflichtet und trugen ein rot–silber–violettes Band. Mensuren wurden nicht geschlagen. Alle drei Kameradschaften konnten die früheren Corpshäuser beziehen. Das Verhältnis zu den Alten Herren war gut. Als im Elsass am 25. August 1942 die Wehrpflicht eingeführt wurde, änderte sich die Herkunft des Nachwuchses. Die Elsässer zogen sich zurück. An ihre Stelle traten Kriegsversehrte aus dem Altreich, die in großer Zahl an der Reichsuniversität studierten. Wenn auch durch den Kriegsverlauf immer mehr geschwächt, bestanden die Kameradschaften bis zum Einzug der Seventh United States Army in Straßburg am 23. November 1944.

An der Eberhard Karls Universität beteiligten sich Alte Herren aus den vier Corps an zwei von zwölf Kameradschaften:

Nach dem Anschluss Österreichs entstanden an der Universität Wien elf Kameradschaften. Drei wurden von Alten Corpsstudenten unterstützt:

Sie nahmen keine neuen Mitglieder auf. Trotz Aufforderung in der Deutschen Corpszeitung wurden in Österreich keine weiteren SC-Kameradschaften gegründet.

Würzburg entwickelte sich von 1941 bis 1944 zur Hochburg des Waffenstudententums. Am 1. April 1942 bestanden an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg neun Kameradschaften. Alte Herren der sieben Würzburger Corps beteiligten sich an vier Kameradschaften:

Bei Erich Bauer